EIN NEUES KUNSTMUSEUM IN WIESBADEN
Innenhof, © Reinhard & Sonja Ernst-Stiftung, Museum Reinhard Ernst, Foto: Helbig Marburger 2023
Das Museum Reinhard Ernst eröffnet im Juni
Am 23. Juni 2024 ist es soweit: Das Museum Reinhard Ernst – kurz mre – wird nach fast fünfjähriger Bauzeit feierlich eröffnet. Das Museum zeigt die Sammlung des Unternehmers Reinhard Ernst, die über 960 Werke umfasst, und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich.
Die Sammlung fokussiert sich auf abstrakte Kunst und beinhaltet Werke der deutschen und europäischen Nachkriegskunst, japanischer Kunst und des Amerikanischen Expressionismus. Darüber hinaus ergänzen speziell für das Museum angefertigte Auftragsarbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler die Ausstellung. Die erste Sammlungspräsentation zeigt rund 60 Werke und trägt den Titel Farbe ist alles!
Wie entsteht ein Museum?
„Für mich ist es selbstverständlich, dass ich als Sammler eine Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit trage, denn die Kunstwerke wurden nicht für mich alleine geschafften. Deshalb wünsche ich mir, dass so viele Kunstwerke wie möglich öffentlich gezeigt werden.”
Aus dieser Vision entstand Reinhard Ernsts Idee eines Museums. 2016 schlug Reinhard Ernst der Stadt Wiesbaden vor, auf eigene Kosten ein Museum zu erbauen und zu betreiben. Dieser Vorschlag wurde nach einem Bürgerbeteiligungsverfahren von Magistrat und Stadtverordnetenversammlung mit großer Mehrheit angenommen. Mit einem auf 99 Jahre angelegten Erbpachtvertrag wurde der Reinhard & Sonja Ernst-Stiftung das Grundstück an der Wilhelmstraße 1 in Wiesbaden zur Verfügung gestellt. Für diese Zeit ist die Stiftung alleinige Trägerin des Museums und sichert den laufenden Ausstellungsbetrieb.
Die Biografie des Stifters Reinhard Ernst steht beispielhaft für ein Unternehmerleben in der Bundesrepublik Deutschland. 1945, nur wenige Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs, geboren baute er innerhalb weniger Jahrzehnte zwei Unternehmen international aus.
Kunst begann er in den 80er Jahren zu sammeln. Dabei fokussiert er sich auf abstrakte Kunst nach 1945, welche die gesellschaftlichen Umbrüche nach dem Zweiten Weltkrieg widerspiegelt.
Das Stifterehepaar Reinhard und Sonja Ernst, Foto: Tanja Nitzke 2023
Farbe ist alles!
Farbe ist alles! heißt die Eröffnungsausstellung des neuen Museums und zeigt eine Auswahl von 60 Werken der Privatsammlung von Reinhard Ernst. Leitmotiv und Ausgangsposition der ersten Ausstellung ist die intensive Auseinandersetzung mit Farbe in der abstrakten Malerei. Die Arbeiten aus Europa, den USA und Japan umfassen einen Entstehungszeitraum von 75 Jahren und obwohl die versammelten Künstlerinnen und Künstler zu ganz unterschiedlichen Jahrzehnten und an verschiedenen Orten die Werke schafften, zeigen alle ein radikal neues Verständnis von Malerei und haben somit die Geschichte der Kunst nachhaltig verändert.
Zu sehen sind Werke von: Josef Albers, John Chamberlain, Richard Diebenkorn, Sam Francis, Helen Frankenthaler, K. O. Götz, Adolph Gottlieb, Katharina Grosse, Simon Hantaï, Hans Hartung, Hans Hoffmann, Lee Krasner, Morris Louis, Heinz Mack, Georges Mathieu, Robert Motherwell, Ernst Wilhelm Nay, Kenneth Noland, Otto Piene, Judit Reigl, Shōzō Shimamoto, Tōkō Shinoda, Kazuo Shiraga, Pierre Soulages, Frank Stella, Tal R, Atsuko Tanaka, Fred Thieler, Wolfgang Tillmans, Günther Uecker, Emilio Vedova und Inoue Yūichi und vielen anderen.
Kunstvermittlungsprogramm für Kinder, Museum Reinhard Ernst, Foto: Robert Lichtenberg 2024
Besucher:innen, Museum Reinhard Ernst, Foto: Robert Lichtenberg 2024
Fumihiko Maki und Maki & Associates: Für eine menschliche Architektur
Im Fokus der ersten Sonderausstellung des Museum steht sein Erbauer: der japanische Architekt Fumihiko Maki. 1928 in Tokyo geboren zählt er zu den renommiertesten Architekten der Welt. Zu seinen realisierten Projekten zählt unter anderem der Towers 4 des neuen World Trade Centers in New York.
Fumihiko Makis Traum war es, zehn Museumsbauten zu realisieren. Zu dieser Projektreihe zählt unter anderem das Aga Khan Museum in Toronto, das Yerba Buena Center for the Arts in Kalifornien und das National Museum of Modern Art in Kyoto. Das Museum Reinhard Ernst fügt sich als zehnter Museumsbau in diese Reihe ein und ist sein einziger Museumsbau in Europa. Die Sonderausstellung zeigt das „Making of“ des mre. Anhand seiner Entstehungsgeschichte und den Besonderheiten des mre und seiner „Museums-Geschwister“ werden die baukünstlerische Sprache und die architektonischen Prinzipien Makis veranschaulicht. Fumihiko Maki errichtet mit dem mre ein Haus des Sammelns, Bewahrens, Erforschens, Ausstellens und Vermittelns von Kunst. In dessen Zentrum, im Innern des Gebäudes, steht ein gläsernes Atrium, ein lichtdurchfluteten Ort der Begegnung. In diesem Innenhof befindet sich die Skulptur Buscando la Luz III von Eduardo Chillida
Der Eintritt in das Foyer ist ist für alle Besucherinnen und Besucher kostenfrei.
Innenhof mit Skulptur Buscando la Luz III von Eduardo Chillida, © Reinhard & Sonja Ernst-Stiftung, Museum Reinhard Ernst, Foto: Helbig Marburger 2023
Foyer, Blick auf das Atrium, rechts die Glasarbeit von Katharina Grosse Ein Glas Wasser, bitte © Reinhard & Sonja Ernst-Stiftung, Museum, Reinhard Ernst, Foto: Helbig Marburger 2024
Plane deinen Besuch im neuen Museum
Der Besuch am Eröffnungstag ist für alle Gäste kostenfrei. Für diesen Tag, Sonntag den 26. Juni 2024, musst du dir nur zwischen 10:15 und 19:00 Uhr ein Zeitfenster buchen.
Das Museum Reinhard Ernst hat sich die Öffentlichmachung und Vermittlung von Kunst zur Aufgabe gemacht. Die Vormittage im Museum sind ausschließlich Schulklassen und Bildungseinrichtungen vorbehalten und Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zahlen keinen Eintritt in das Museum. Jeden letzten Dienstag des Monats ist der Eintritt für alle von 15:00 bis 18:00 Uhr kostenfrei. Dein Ticket kannst du im Online-Shop oder an der Museumskasse erwerben.