HOUSE OF GALLERIES 2026

Frankfurts Skyline bei Sonnenaufgang mit dem TRIANON-Hochhaus rechts im Bild. Foto: Adobe Stock

NEUES JAHR, NEUE KUNST

Frankfurt am Main beginnt das Jahr 2026 mit einem Blick nach ganz oben: Hoch über dem Bankenviertel, in den oberen Etagen des TRIANON-Hochhauses, trifft sich Ende Januar die zeitgenössische Kunstszene zur zweiten Ausgabe des HOUSE OF GALLERIES. Vom 22. bis 25. Januar 2026 versammeln sich zum zweiten Mal Galerien aus Frankfurt, Deutschland und Europa für vier Tage und auf drei Etagen des 186 Meter hohen Gebäudes.

Die zweite Ausgabe wächst dabei spürbar: 43 Galerien bespielen die Etagen 42 bis 44 des leerstehenden Gebäudes der ehemaligen Deka-Bank-Zentrale. Das Format bleibt bewusst klar und reduziert. Jede Galerie zeigt in einem eigenen Raum eine Einzelausstellung und folgt dem Prinzip one room – one artist. Ergänzt wird dieses Konzept durch das Gastgalerie-Modell: Frankfurter Galerien laden Partnergalerien aus ihrem internationalen Netzwerk ein. So entsteht ein dichtes, vielstimmiges Panorama zeitgenössischer Kunst über die Region hinaus, ohne dabei den lokalen Bezug zu verlieren.

Das HOUSE OF GALLERIES wird von The Frankfurt Art Experience veranstaltet, die 2019 von Tyrown Vincent und Urban Media Project gegründet wurde. Die kuratorische und inhaltliche Qualität wird von einem dreiköpfigen Board getragen, das das Format seit seiner Gründung begleitet. Ihm gehören Dr. Sebastian Baden, Direktor der SCHIRN KUNSTHALLE Frankfurt, Prof. Dr. Brigitte Franzen, Präsidentin der Hochschule für Gestaltung Offenbach, sowie Silke Hohmann, Autorin und Redakteurin beim Monopol-Magazin, an. Das Gremium vereint Perspektiven aus Museum, Lehre und Kunstpublizistik und sorgt so für eine ausgewogene, fachlich fundierte Ausrichtung. Es entscheidet über neue Teilnahmen, berät programmatische Schwerpunkte und begleitet die Weiterentwicklung des Formats als kritischer Sparringspartner – mit Blick auf Qualität, Relevanz und langfristige Positionierung.


Besucherin des HOUSE OF GALLERIES 2025. Foto: Urban Media Project

Gäste vor einer Arbeit von Ekrem Yalçındağ bei der Galerie Kai Middendorff. Foto: Urban Media Project


FRANKFURT TRIFFT FRANKFREICH, ÖSTERREICH UND DIE SCHWEIZ

Das HOUSE OF GALLERIES ist in Frankfurt am Main verankert und öffnet sich zugleich über die Stadtgrenzen hinaus. Den Kern bilden Galerien aus der Stadt und dem Rhein-Main-Gebiet, ergänzt durch Positionen aus anderen deutschen Kunstzentren wie Berlin, Köln, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart. Hinzu kommen internationale Galerien aus Paris, Wien, Zürich und Basel, die dem Format eine europäische Perspektive verleihen.

Diese Mischung ist kein Nebeneffekt, sondern Teil des Konzepts. Durch das Gastgalerie-Modell entstehen temporäre Allianzen, die lokale Netzwerke mit internationalen Verbindungen verschränken. Frankfurt wird zum Knotenpunkt, der sowohl die Stärke der regionalen Galerielandschaft sichtbar macht als auch den Dialog mit benachbarten Kunstmetropolen sucht.


HOUSE OF GALLERIES 2025. Foto: Urban Media Project

HOUSE OF GALLERIES 2025. Foto: Urban Media Project


VORSCHAU AUF DIE KUNST IM HOCHHAUS

Schon in der Auswahl der Künstlerinnen und Künstler zeigt sich die Bandbreite der unterschiedlichen Positionen, die im HOUSE OF GALLERIES aufeinandertreffen. Zwischen Fotografie, Skulptur, Installation und konzeptuellen Ansätzen entfaltet sich ein Parcours, der den Ort nicht nur bespielt, sondern reflektiert. Gemeinsam zeichnen diese Positionen ein Bild von zeitgenössischer Kunst, die genau hinsieht: auf Räume, auf Systeme, auf das Alltägliche.

Unter dem Titel Blaumann führen die Arbeiten von Xenia Lesniewski in scheinbar vertraute Alltagsumgebungen, die sich bei näherem Hinsehen als ambivalente Szenarien entpuppen. Funktionalität kippt ins Fiktionale, Humor trifft auf leise Irritation, Beobachtung auf kritische Reflexion. Präsentiert wird ihre Position in einer Kooperation der Galerien Jean-Claude Maier, Frankfurt, und Zeller van Almsick, Wien.

Mit Into the Blue zeigt die Galerie Anita Beckers Arbeiten von Christiane Feser, Alumna der HfG Offenbach. Die Künstlerin ist bekannt für ihre präzisen Untersuchungen von Fotografie als Objekt und Raum. Ihre Werke bewegen sich an der Schnittstelle von Bild, Material und Wahrnehmung und stellen die Frage, wie fotografische Realität konstruiert wird und wie sie sich im Raum verorten lässt.

Einen anderen Zugang wählt die Wiener Künstlerin Elisa Alberti, präsentiert von der Galerie Krobath. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch symmetrische Kompositionen aus, die eine ruhige Ästhetik von Balance und Harmonie entwickeln. Auch wenn es der Titel Krobath-Blau nahelegt, geht es dabei längst nicht nur um Farbe, sondern um ein sensibles Austarieren von Form, Rhythmus und Ordnung.

Eine poetische Perspektive auf den Alltag eröffnet das Künstlerinnenduo Haucke Plümpe, das von der Frankfurter Galerie FILIALE vertreten wird. Alice Hauck und Amelie Plümpe arbeiten konzeptionell, skulptural und performativ an den Schnittstellen von Modell und Architektur. Industrielle Logistiksysteme, alltägliche Abläufe und scheinbar banale Strukturen werden dabei untersucht, verschoben und neu lesbar gemacht. Sie legen dabei die Aufmerksamkeit auf das Unspektakuläre und dessen verborgene Bedeutungen.

Christiane Fesers Auseinandersetzung mit Fotografie, Materialität und räumlicher Wahrnehmung. Präsentiert von Galerie Anita Beckers, Frankfurt.

Vertraute Alltagsumgebungen in ambivalenten Szenarien der Künstlerin Xenia Lesniewskis. Präsentiert von Jean Claude Maier, Frankfurt, und Zeller van Almsick, Wien.

Das Künstlerinnenduo Haucke Plümpe untersucht Logistiksysteme der Industrie und des Alltags. Präsentiert von FILIALE, Frankfurt.

Elisa Albertis symmetrische Kompositionen in Balance und Harmonie. Präsentiert von Galerie Krobath, Wien.


TEILNEHMENDE GALERIEN

alexander levy, Berlin Bernhard Knaus Fine Art, Frankfurt Bode Galerie, Frankfurt / Nürnberg / Daegu Bode, Berlin Christine König Galerie, Wien DIE GALERIE, Frankfurt DREI, Köln edition & galerie hoffmann, Friedberg fiebach, minninger, Köln FILIALE, Frankfurt Galerie 3AP, Frankfurt / Düsseldorf Galerie Andres Thalmann, Zürich / Paris Galerie Anita Beckers, Frankfurt Galerie Barbara von Stechow, Frankfurt Galerie Bärbel Grässlin, Frankfurt Galerie Coucou, Kassel Galerie Hanna Bekker vom Rath, Frankfurt Galerie Heike Strelow, Frankfurt Galerie Hübner & Hübner, Frankfurt Galerie Judin, Berlin Galerie Kai Erdmann, Berlin Galerie Krobath, Wien Galerie Lahumière, Paris Galerie Leuenroth, Frankfurt Galerie Nagel Draxler, Berlin / Köln Galerie Schlichtenmaier, Stuttgart / Schloss Dätzingen Galerie Voss, Düsseldorf Galerie–Peter–Sillem, Frankfurt Jacky Strenz, Frankfurt Jean-Claude Maier, Frankfurt Kai Middendorff Galerie, Frankfurt Klemm‘s, Berlin Kunsthandel Hagemeier, Frankfurt LEVY Galerie, Hamburg / Berlin Philipp Pflug Contemporary, Frankfurt Produzentengalerie Hamburg, Hamburg Ruttkowski;68, Köln / Paris / Düsseldorf / New York / Bochum Sakhile&Me, Frankfurt SCHAU FENSTER, Berlin Schierke Seinecke, Frankfurt see you next tuesday, Basel Soy Capitán, Berlin Zeller van Almsick, Wien


HOUSE OF GALLERIES 2025. Foto: Urban Media Project

Aussicht aus dem TRIANON-Hochhaus. Foto: Urban Media Project


 
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